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2012

Personalmix Pflege – ein Modell der Zukunft?

v.l.n.r. GF Walter Reiß, Schulleiterin Andrea Senn-Lohr, Peter Bechtel, Ulrike Thielhorn, Ursula Immenschuh , Andreas Westerfellhaus

Vorträge

Freud-und_Leid_wiesloch_.pdf

wiesloch_Bechtel.pdf

wiesloch_skillmix_pp_Immenschuh.pdf

Vortrag_Wiesloch_2012_Westerfellhaus.pdf

Presseinformationen

kma pflege September 2012
Heilberufe Das Pflegemagazin

PRESSEINFORMATION

Zwischen Hilfskräften und Akademikern:

Auf der Suche nach dem Königsweg in die Zukunft der Pflegeberufe

„Personalmix Pflege – ein Modell für die Zukunft?“, so lautete die zentrale Fragestellung des diesjährigen Expertengesprächs, das die Bildungszentrum Gesundheit Rhein-Neckar GmbH (BZG) am 29. Juni 2012 in Wiesloch veranstaltete. Rund 80 Experten aus Pflegepädagogik, -management und -wissenschaft waren der Einladung der gemeinsame Pflegefachschule der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar und des ZfP Psychiatrisches Zentrum Nordbaden gefolgt, um aktuelle Herausforderungen für die Pflegeberufe zu diskutieren und Lösungen anzustoßen.

„Lassen Sie uns gemeinsam Einfluss nehmen auf die zukunftsrelevanten Themen der professionellen Pflege, und zwar ehe dies andere für uns tun!“ forderte BZG-Geschäftsführer Walter Reiß die Teilnehmer auf. Nicht ohne Grund, wie der aktuelle berufspolitische Bericht des Referenten Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, verdeutlichte: Weder bei der Erarbeitung eines neuen Berufsgesetzes noch bei der Formulierung der Pflegereform oder bei Stellungnahmen zur Berufsanerkennungsrichtlinie der EU hielten es die politisch Verantwortlichen in Berlin für notwendig, den Pflegesektor selbst mit seinen 1,2 Millionen Beschäftigten zu beteiligen.

Wichtiges Etappenziel: Etablierung von Pflegekammern

Längst überfällig sei die berufspolitische Selbstverwaltung und die Einrichtung von Pflegekammern, um den Professionalisierungsprozess der Berufsgruppe sowie deren Partizipationsmöglichkeiten zu stärken. Westerfellhaus berichtete von vielversprechenden Entwicklungen in Schleswig-Holstein, Bayern und Rheinland-Pfalz. Gerade in letztgenanntem Bundesland gelte es nun, die seitens der Regierung positiv gestellten Weichen zu nutzen und den Dachverband der Pflegeorganisationen Rheinland-Pfalz (DPO) bei der geplanten repräsentativen Befragung der Berufsgruppe durch ein eindeutiges Votum der professionell Pflegenden zu unterstützen.

Fachkräftemangel, geringe Nachfrage nach Pflege-Ausbildungsberufen, neue Berufsprofile und das Umverteilen von Aufgabenfeldern stellen nicht nur die Pflegeverantwortlichen in Kliniken und in der ambulanten Pflege, sondern auch die Ausbildungsstätten für Pflegeberufe derzeit vor besondere Herausforderungen.

Wie lassen sich die vielfältigen Aufgaben in der Pflege sinnvoll unter examinierten Fachkräften sowie Hochschulabsolventen einerseits und Pflegehilfskräften andererseits verteilen? Und wie kann die Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften mit unterschiedlichen Qualifikationen überhaupt gelingen?

Einsatz von Pflegehilfskräften: nur mit eindeutiger Stellenbeschreibung!

Von positiven Erfahrungen mit dem systematischen Einsatz von Pflegehilfspersonal im Klinikalltag berichtete der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Pflegemanagement e.V., Peter Bechtel. Ohne Pflegehilfspersonal, das die examinierten Fachkräfte entlaste, werde die Zukunft nicht zu bewältigen sein, mahnte Bechtel, der auch als Pflegedirektor eines Herzzentrums tätig ist, in seinem Referat „Pflegehilfspersonal – Lust oder Frust im Pflegealltag?“ Allerdings müssten die Rahmenbedingungen für den Einsatz von ehrenamtlichen Helfern und sonstigen angelernten Hilfskräften wie beispielsweise Stationssekretärinnen oder -assistentinnen genau geklärt werden. Bevor entschieden werde, wer welche Aufgabe mit welcher Qualifikation übernehmen könne, müsse der Pflegesektor selbst eine neue Aufgabenverteilung definieren.

Akademisierte Pflege: Freud oder Leid für das Pflegepersonal?

Der Erstqualifizierung von Pflegekräften an Hochschulen widmete sich der Vortrag von Professor Dr. Ulrike Thielhorn, Leiterin des Bachelor-Studiengangs Pflege an der Katholischen Hochschule in Freiburg. In den meisten EU-Staaten sei die akademische Pflegeausbildung längst etabliert und auch in Deutschland verzeichne der Bachelor-Abschluss in der Pflege wachsende Akzeptanz. Auch wenn die Akademisierung des Berufsbilds mitunter noch mit Skepsis betrachtet werde, gebe es gute Gründe für den neuen Bachelor-Studiengang. Dazu zählten neben erweiterten Karrierechancen durch Prozess- und Steuerungskompetenzen auch internationale Beschäftigungsmöglichkeiten für die Absolventen.

Bachelor of Arts in Pflege: Sowohl Praxis- als auch Prozessorientierung

Um den veränderten Arbeitsstrukturen und ausgeweiteten Pflegeaufgaben in der Zukunft gerecht zu werden, haben auch die Initiatoren der Expertengespräch-Veranstaltungsreihe das Ausbildungsangebot an ihrer Pflegefachschule in Wiesloch ergänzt. Über den dreijährigen Ausbildungsgang zum examinierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonal hinaus startet im Herbst des Jahres auch der praxisorientierte Studiengang Bachelor of Arts in Pflege an der BZG in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Freiburg. Hierbei können Auszubildende mit Fachhochschulreife oder Abitur innerhalb von 4,5 Jahren sowohl die staatliche Prüfung in der Gesundheits- und Krankenpflege als auch den international anerkannten Bachelor-Grad absolvieren.

Personalmix Pflege: Herausforderung für die Kommunikation

Professor Dr. Ursula Immenschuh von der Katholischen Hochschule Freiburg stellte die Voraussetzungen dar, unter denen ein zukünftiger Mix aus unterschiedlich qualifizierten Kräften im Klinikalltag erfolgreich Hand in Hand arbeiten kann. Mit Verweisen auf internationale Erfahrungen verdeutlichte die Freiburger Pflegewissenschaftlerin, dass mit der aussichtsreichen Einführung des Personalmixes ein Paradigmenwechsel in der Pflege einhergehen müsse. Nur Veränderungen in den Bildungs- und Selbstverwaltungsstrukturen der Pflege könnten dafür den Weg ebnen.

Neben klaren Aufgabenzuordnungen gelte es auch, bestehende Hürden zu überwinden, und zwar nicht nur in der Sprache, sondern auch in unterschiedlichen Wertvorstellungen und Organisationskulturen. Anstelle des heute verbreiteten Mangels an Wertschätzung müsse die Freude an der Weiterentwicklung durch Konflikte, Kommunikation und Veränderung rücken.
Diesen Appell griff BZG-Schulleiterin Andrea Senn-Lohr in ihrem Gesprächsfazit auf: „Greift ineinander, greift ein und begreift! Seht einander fröhlich zu, wie Euer Können reift!“, zitierte sie den treffenden Refrain eines eigens für den Anlass komponierten Liedes, das zum Auftakt der Veranstaltung präsentiert worden war.  

Hintergrundinformationen zur Pflegefachschule BZG
Im Jahr 2009 haben sich ausbildungserprobte Krankenpflegeschulen der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar und die Krankenpflegeschule des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN) zur Bildungszentrum Gesundheit Rhein-Neckar GmbH zusammengeschlossen. Seit April 2010 arbeitet die Pflegefachschule in einem umfassend sanierten, denkmalgeschützten Gebäude auf dem Parkgelände des PZN in Wiesloch. Verteilt auf sechs Ausbildungskurse werden hier bis zu 180 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Neben der dreijährigen Qualifizierung in der Kranken- und Gesundheitspflege bietet die BZG ab Herbst 2012 auch eine innovative akademische Ausbildung in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Freiburg an. Der neunsemestrige Studiengang führt berufsbegleitend in einem Zeitraum von 4,5 Jahren zu zwei Abschlüssen: dem Examen in der Gesundheits- und Krankenpflege und dem „Bachelor of Arts“ in Pflege.

Mit der Erweiterung des Ausbildungsangebots um dieses zukunftsorientierte Berufsprofil leistet die BZG nicht nur einen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs, sondern auch zur Sicherung von umfassend qualifiziertem Fachpersonal für die vielfältigen Aufgabengebiete innerhalb der professionellen Pflege.

Ansprechpartner für die Redaktion
BZG-Presseservice, z.Hd. Martina Müller-Keitel
Telefon: 06221 98 534-69   E-Mail: mueller-keitel@pr-o-file.de

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