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02.05.2014

Sich des eigenen Wertes bewusst werden

Vier Auszubildende in Gesundheits- und Krankenpflege der GRN-Klinik Schwetzingen führten drei Tage lang selbstständig eine Lernstation mit echten Patienten

Mitte April bekamen vier angehende Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger (GuK) der GRN-Klinik Schwetzingen einen Eindruck, was es bedeutet, in ihrem zukünftigen Beruf selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten: Bisher hatten Christoph Adrian, Özlem Colak, Philipp Iz und Saskia Laufer, GuK-Auszubildende im zweiten und dritten Ausbildungsjahr, den voll examinierten Kolleginnen und Kollegen immer nur assistiert. Nun sollten sie drei Tage lang eine so genannte Lernstation mit sechs Zimmern und maximal 18 Patienten – in diesem Fall aus der Gastroenterologie, also mit Erkrankungen des Bauchraumes – selbst organisieren und betreuen. „Ziel dieses neuen Ausbildungsmoduls ist es, das theoretisch erworbene Wissen zu festigen, verschiedene Pflegemaßnahmen und Dokumentationstechniken in der Praxis zu vertiefen sowie mehr Sicherheit im Umgang mit Patienten und im Team zu gewinnen“, erklären Eva Rosenberger und Tanja Stöckler, die für die Pflege-Ausbildung zuständigen Praxisanleiterinnen. Beide waren als erfahrene Pflegekräfte die ganze Zeit als Ansprechpartnerinnen vor Ort, falls es zu schwierigen Situationen kommen würde, denen die vier Schülerinnen und Schüler nicht gewachsen sein sollten. „Wirklich kritisch wurde es nie; wir haben auf fachlicher Ebene gemeinsam immer eine Lösung gefunden und uns bei den Praxisanleiterinnen gelegentlich nur noch mal abgesichert, ob wir richtig entschieden hatten“, beteuert Philipp Iz, als GuK-Auszubildender im sechsten Semester der Dienstälteste auf der Lernstation. „Die größte Schwierigkeit – vor allem am ersten Tag – war es, den Überblick zu behalten und die Prioritäten zu setzen.“ Seine Kollegin Özlem Colak erklärt, welche Tätigkeiten anfallen, und dabei wird deutlich, was es für die Pflegenden alles im Auge zu behalten gilt: „Um zehn nach sechs beginnt der Frühdienst mit der Übergabe durch die Kolleginnen und Kollegen aus dem Nachtdienst. Hier erfahren wir, was in der Nacht vorgefallen ist. Darüber müssen wir wiederum später bei der Visite den Ärzten berichten, die daraufhin neue Medikamente und Untersuchungen ansetzen.“ Zwischendurch müssen die „klassischen“ Pflegetätigkeiten erledigt werden; hierzu gehören beispielsweise das Waschen und Mobilisieren von Patienten, Verbandswechsel, Blutzucker und Blutdruck messen, Insulin spritzen sowie bei Bedarf auch wiegen, um bei Patienten mit Herzinsuffizienz festzustellen, ob sie Flüssigkeit eingelagert haben. Gegen acht Uhr werden das Frühstück und die Medikamente verteilt. Es versteht sich von selbst, dass die Medikation, die durchzuführenden Untersuchungen, die pflegerischen Maßnahmen sowie besondere Vorkommnisse wie beispielsweise Erbrechen, Durchfälle sowie Veränderungen des Bewusstseins akribisch in der Krankenakte dokumentiert werden müssen. „Die Dokumentation kostet viel Zeit und erfordert höchste Konzentration, was im Alltagstrubel auf Station eine große Herausforderung ist“, erklärt Christoph Adrian, der für die ersten zwei Tage die Schichtleitung übernommen hatte und somit, ebenso wie Saskia Laufer am dritten Tag der Lernstation, die Hauptverantwortung für die Abläufe trug. Letztere bestätigt die Erfahrung ihrer Lernstation- Kollegen: „Wir haben hier vor allem gelernt, was es heißt, Verantwortung zu tragen!“ Dadurch sei das Verständnis für die examinierten Kolleginnen und Kollegen gewachsen, die sich dieser Herausforderung jeden Tag stellen müssen. „Aber wir sind uns auch unseres eigenen Wertes bewusst geworden“, ergänzt Özlem Colak, „denn wir wissen nun, wie wichtig unsere Unterstützung für die erfahrenen Kollegen ist, denen wir im Alltag viele kleine Handreichungen und grundpflegerische Tätigkeiten abnehmen können.“ Praxisanleiterin Rosenberger zieht nach der Lernstation-Premiere eine positive Bilanz: „Die Rückmeldungen unserer Auszubildenden sprechen für sich und bestätigen unsere Vermutung: Die Lernstation ist ein gutes Konzept, um das selbstständige, organisierte und verantwortungsbewusste Arbeiten zu fördern.“ Drei Tage seien allerdings zu kurz, meinen sie und ihre Kollegin Stöckler – sie werden versuchen, die Dauer der Lernstation für nachfolgende Schülergruppen auf fünf Tage zu erweitern. „Dann haben unsere Nachwuchs-Kräfte eine noch bessere Chance, in die neue Rolle hineinzuwachsen, die sie ja nach ihrem Examen in nicht allzu ferner Zukunft in der Realität ausfüllen müssen.“

Pflegeausbildung in der GRN-Klinik Schwetzingen

Die GRN-Klinik Schwetzingen bietet zwei Mal jährlich – zum 1. April und zum 1. Oktober – jeweils sechs Ausbildungsplätze in Gesundheits- und Krankenpflege an. Die drei Jahre dauernde praktische Ausbildung findet in der Klinik statt, das theoretische Wissen wird in der Bildungszentrum Gesundheit Rhein-Neckar GmbH (BZG) in Wiesloch vermittelt, deren Träger die GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH sowie das Psychiatrische Zentrum Nordbaden sind. Seit Oktober 2012 bietet die BZG in Zusammenarbeit mit den kooperierenden Kliniken auch den Studiengang Bachelor of Arts in Pflege an, der es ermöglicht, zwei Berufsabschlüsse in viereinhalb Jahren zu erwerben. Ab September 2014 besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die ein Jahr dauernde Ausbildung zum Krankenpflegehelfer oder zur Krankenpflegehelferin zu absolvieren.

 

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Ansprechpartner

Andrea Senn-Lohr
Schulleiterin / Dipl.-Pflegepädagogin Telefon 06222 55-2800
andrea.senn-lohr@remove-this.bildungszentrum-gesundheit.de