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04.06.2014

Bewusstsein für den eigenen Wert geschärft

GRN-Klinik: Vier Auszubildende in Gesundheits- und Krankenpflege führten drei Tage lang selbstständig eine Lernstation mit Patienten / Praxisbezogenes Lernen kommt an
Philipp Iz, Christoph Adrian, Saskia Laufer und Özlem Colak (v. r. n. l.) besprechen mit

Philipp Iz, Christoph Adrian, Saskia Laufer und Özlem Colak (v. r. n. l.) besprechen mit

Vier angehende Gesundheits- und Krankenpfleger (GuK) der GRN-Klinik Schwetzingen bekamen einen Eindruck, was es bedeutet, in ihrem zukünftigen Beruf selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten: Bisher hatten Christoph Adrian, Özlem Colak, Philipp Iz und Saskia Laufer, alle GuK-Auszubildende im zweiten und dritten Ausbildungsjahr, den voll examinierten Kollegen immer nur assistiert. Nun sollten sie drei Tage lang eine sogenannte Lernstation mit sechs Zimmern und maximal 18 Patienten – in diesem Fall aus der Gastroenterologie, also mit Erkrankungen des Bauchraumes – selbst organisieren und betreuen.

Kompakter Tagesablauf

„Ziel dieses neuen Ausbildungsmoduls ist es, das theoretisch erworbene Wissen zu festigen, verschiedene Pflegemaßnahmen und Dokumentationstechniken in der Praxis zu vertiefen sowie mehr Sicherheit im Umgang mit Patienten und im Team zu gewinnen“,  erklären Eva Rosenberger und Tanja Stöckler, die für die Pflege-Ausbildung zuständigen Praxisanleiterinnen. Beide waren als erfahrene Pflegekräfte als Ansprechpartnerinnen vor Ort, falls es zu schwierigen Situationen kommen würde, denen die Schüler nicht gewachsen sein sollten. „Wirklich kritisch wurde es nie; wir haben auf fachlicher Ebene gemeinsam immer eine Lösung gefunden und uns bei den Praxisanleiterinnen gelegentlich nur noch mal abgesichert, ob wir richtig entschieden hatten“, beteuert Philipp Iz, als GuK-Auszubildender im sechsten Semester der Dienstälteste auf der Lernstation. Seine Kollegin Özlem Colak erklärt, welche Tätigkeiten anfallen, und dabei wird deutlich, was es für die Pflegenden alles im Auge zu behalten gilt: „Um zehn nach sechs beginnt der Frühdienst mit der Übergabe durch die Kollegen aus dem Nachtdienst. Hier erfahren wir, was in der Nacht vorgefallen ist. Darüber müssen wir wiederum später bei der Visite den Ärzten berichten, die daraufhin neue Medikamente und Untersuchungen ansetzen.“ Zwischendurch müssen Pflegetätigkeiten wie das Waschen von Patienten, Verbandswechsel, Blutzucker und Blutdruck messen sowie Insulin spritzen erledigt werden. Gegen 8 Uhr werden das Frühstück und die Medikamente verteilt. Künftig längere Praxisphase Die Medikation, die durchzuführenden Untersuchungen, die pflegerischen Maßnahmen sowie besondere Vorkommnisse wie beispielsweise Erbrechen, Durchfälle sowie  Veränderungen des Bewusstseins müssen akribisch in der Krankenakte dokumentiert werden. „Die Dokumentation kostet viel Zeit und erfordert höchste Konzentration, was im Alltagstrubel auf Station eine große Herausforderung ist“, erklärt Christoph Adrian, der für die ersten zwei Tage  die Schichtleitung übernommen hatte und somit, ebenso wie Saskia Laufer am dritten Tag der Lernstation, die Hauptverantwortung für die Abläufe trug. Letztere bestätigt die Erfahrung ihrer Lernstation-Kollegen: „Wir haben hier vor allem gelernt, was es heißt, Verantwortung zu tragen!“ Dadurch sei das Verständnis für die examinierten Kolleginnen und Kollegen gewachsen, die sich dieser Herausforderung jeden Tag stellen müssen. „Aber wir sind uns auch unseres eigenen Wertes bewusst geworden“, ergänzt Özlem Colak, „denn wir wissen nun, wie wichtig unsere Unterstützung für die erfahrenen Kollegen ist, denen wir im Alltag viele kleine Handreichungen und grundpflegerische Tätigkeiten abnehmen können.“ Praxisanleiterin Rosenberger zieht nach der Lernstation-Premiere eine positive Bilanz: „Die Rückmeldungen unserer Auszubildenden sprechen für sich und bestätigen: Die Lernstation ist ein gutes Konzept, um das selbstständige, organisierte und verantwortungsbewusste Arbeiten zu fördern.“ Drei Tage seien allerdings zu kurz, meinen sie und ihre Kollegin Stöckler – sie werden versuchen, die Dauer auf fünf Tage zu erweitern. 

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Ansprechpartner

Andrea Senn-Lohr
Schulleiterin / Dipl.-Pflegepädagogin Telefon 06222 55-2800
andrea.senn-lohr@remove-this.bildungszentrum-gesundheit.de